Archive for November, 2007

Hardlinks - Nützlichkeit mit Einschränkungen

Die meisten kennen Hardlinks nicht, weil Microsoft diese Fähigkei diese Fähigkeit von NTFS bisher gar nicht publik gemacht hat; aus welchen Gründen auch immer. Jedenfalls sind Hardlinks die “harte” Version von Softlinks. Softlinks heißen normalerweise “Verknüpfungen”, weil sich diese eben leicht wieder entfernen oder verschieben lassen. Wie der Name bei Hardlinks aussagt, sind diese viel starrer als die Verknüpfungen. Ein Hardlink bindet ein beliebigen Ordner/Datenträger an einer beliebigen anderen Stelle ein.

Beispiel: Man verwendet ab und zu einen Multikartenleser. Sobald dieser angeschlossen wird, wird der Arbeitsplatz mit Buchstaben überflutet. Mittels eines Hardlinks kann man diese beispielsweise im Ordner C:\Kartenleser\ statt im Arbeitsplatz unterbringen. Greift man nun auf C:\Kartenleser\CF-Slot\ zu sieht man das gleiche Bild wie unter dem direkten Pfad beispielsweise M:\.

Mit Hardlinks kann man sich nur Buchstaben im Arbeitsplatz sparen, sondern auch viele Klicks, indem man Datenträger dort einbindet, wo man sowieso oft draufzugreift. Gegenüber Windows bietet Linux schon lange ein solche Dynamik. Unter Linux gibt es nämlich keinen Arbeitsplatz, sondern ein Wurzelverzeichnis. Dort werden alle Geräte “eingehängt”. Der Einhängepunkt ist beliebig wählbar.

Der “Nachteil” der Hardlinks unter Windows ist der, dass die Software Hardlinks nicht als solche wahrnimmt. Für die Software befinden sich die Daten eines Hardlink-Ordner immer noch auf dem Datenträger, wo der Hardlink sich befindet. Eigentlich ist dies aber kein Nachteil, sondern gewollt. Problematisch wird es erst, wenn Dateioperationen wie Kopieren durchgeführt werden sollen. Kopiert man eine Datei von C:\ nach C:\Kartenleser\CF-Slot\Ordner1, so zeigt der Windows Explorer kein Kopiervorgang-Fenster. Bei größeren Dateien weiß man also nicht, wann diese fertig kopiert sind. Man kann es nur an der Festplattenaktivität hören, wenn es das Ziel eine Festplatte ist.

Ein anderes Problem ist, dass Programme, die den freien Speicherplatz eines Datenträgers anzeigen, sich oft an dem Buchstaben orientieren. Hat C: 10GB (10%) Speicherplatz frei, so wird die CF-Karte ebenfalls 10 GB freien Speicherplatz “besitzen” und zu 10% “frei” sein. Bei der Ermittlung der Verzeichnisgrößen können auch Probleme auftreten, indem das eingebundene Verzeichnis mitberechnet wird. Ich habe sowas nicht bemerken können, was auch daran liegen könnte, dass alle Hardlinks bei mir auf Datenträger und keine Ordner zeigen.

Hardlinks unter Windows benutzen

Laufwerkbuchstabe und -pfade ändern-Dialog
Unter Systemsteuerung -> Verwaltung -> Computerverwaltung sucht man Computerverwaltung (Lokal) -> Datenspeicher -> Datenträgerverwaltung. Dort sucht man sich den gewünschten Datenträger/Partition aus und geht per Rechtsklick ins Kontextmenü. Dort klickt man auf den Punkt “Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern” und danach auf “Hinzufügen”.Laufwerkbuchstabe und -pfade hinzufügen-Dialog

Hier sucht man sich das Verzeichnis aus, das auf den Datenträger verweisen soll. Danach sollte neben dem Laufwerksbuchstaben der Pfad zu dem angegebene Verzeichnis stehen. Ab hier kann man den Laufwerksbuchstaben löschen, aber aufpassen: Benötigt ein Programm diesen Buchstaben, weil man es über diesen auf diesem Datenträger installiert hat, sollte man es lieber lassen. Ist der Datenträger ein reiner Datenträger, muss man nur mit Meldung “Das Verzeichnis wurde nicht gefunden” rechnen, die aber nur einmal auftauchen und wenn mehrmals lässt sich das in den Einstellungen beheben.

Laufwerkbuchstabe und -pfade ändern-Dialog2


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Scribd und Doktus

Scribd und Doktus ermöglichen es dem Besucher ohne Registrierung eigene Dokumente hochzuladen und die von anderen zu durchsuchen. Die Unterschiede: Scribd startete 2006 als Silicon Valley Start-up und verzeichnete nach 3 Wochen täglich 130.000 Nutzer. Der Erfolg war deshalb so groß, weil es bisher keine ähnliche Plattform gab, wo man Dokumente hochladen, kommentieren und bewerten konnte.

Doktus.de-ScreenshotDoktus stellt das deutsche Gegenstück dazu dar und beinhaltet bereits 38330 Dokumente. In einer Pressemitteilung steht auch schon, wie die Zielgruppen heißen: “Da Schüler und Studenten häufig auf Unterlagen angewiesen sind, bilden sie eine der Hauptzielgruppen der Plattform. Der Austausch von Skripten, Probeklausuren, Hausaufgaben und Referaten ist so kinderleicht und kostenfrei über eine einzige Seite möglich”. Im Text werden weitere diskussionswürdige “Nutzmöglichkeiten” angesprochen: Doktus soll die Lösung für diejenigen sein, die noch keinen Verleger für ihre Texte haben. Wer ein Buch veröffentlichen will und weiß, dass es sich nicht lohnt es in größeren Stückzahlen zu produzieren, wird sich wohl an Lulu und BOD wenden: Beide drucken die Werke nur auf Bestellung eines Kunden, sodass keine Kosten enstehen, wenn keiner die Werke kauft. Außerdem soll Doktus die Antwort auf die Frage “Wie verfasst man ein Mahnschreiben?” sein. Wenn man danach sucht, benutzt man Suchmaschinen.

Scribd.com-ScreenshotWELT Online berichtete schon über beide Projekte und tat dies mit unterschiedlichen Fazits: Der Artikel über Scribd wird mit “Der neue Horror für Verlage” überschrieben, denn als englische und damit internationale Plattform muss sie schon jetzt mit Copyright-Verletzungen kämpfen. Daher beobachten deutsche Verlage und Verleger die Plattform “angeblich” genau. Doch es tut sich bis jetzt nichts, denn die bekannten Roman von Philipp Pullman “Der goldene Kompass”, “Das magische Messer” und “Das Bernsteinteleskop” befinden sich seit 5 Monaten auf der Plattform. Dabei tauchen die Bücher schon in den Google-Suchergebnissen auf. Der einzige Grund, warum bisher alles ruhig blieb ist folgender: Es gibt derzeit mehr Erwähnungen in Rezensionen zu den Büchern als Links zu Scribd. Besonders die anstehende Verfilmung für Ende dieses Jahres nimmt Scribd derzeit die Schau.

Dagegen wird “Der YouTube-Klon für Textdateien” (Doktus) ganz anders beschrieben: Es sei eine Plattform für Dichter und versteht sich angeblich “als Plattform für Textdateien”. Während Scribd kritisch betrachtet wird, bleibt die Kritik bei Doktus auf der Strecke, denn als deutsche Plattform kennt sie Copyright-Verletzungen noch nicht/kaum. Anscheinend achten Deutsche wegen ihrer Gesetze eher das Copyright als andere oder es ist schlicht die große Anzahl an Kulturen und Einstellungen der englischsprachigen Nutzergemeinde. Ich persönlich tendiere eher zu Letzterem, denn Englisch ist eine internationale Sprache und somit allen offen. Kennt jemand keine Copyright-Gesetze oder ignoriert sie, so wird sich das auch nicht ändern, weil er Englisch lernt. Die Deutschen dagegen sind Europa-Patentmeister und global nehmen sie bei den meisten Patenten den 3. Platz ein.

Extrem naiv finde ich die Beschränkung auf “Textdateien”. Textdateien haben die Endung .txt und sind als Dokumentenformat wenig beliebt wegen der Einschränkung, dass keine Formatierungen erlaubt sind. Dichter können noch darauf verzichten, aber alle anderen nicht. Daher würde der Austausch des Wortes mit “Dokumenten” viel von der Vorstellung einer unsinkbaren Titanik nehmen, denn Doktus ist Copyright-Verletzungen genau so ausgesetzt wie Scribd.

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